Die Krux mit der WeinblĂĽte

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Weinreben verhalten sich in der Blütezeit völlig anders als z.B. der Apfelbaum. Das macht sie so besonders. Der Apfelbaum bildet im Frühjahr zuerst die prächtigen, duftenden Blüten, die von Bienen befruchtet werden. Erst dann werden die Blätter gebildet und die Frucht entsteht.

Die Weinrebe schiebt zuerst 3-4 Blätter, dann erst werden die sogenannten „Gescheine“ gebildet. Sichtbar werden bereits die einzelnen Beeren. Diese brechen auf und eine sehr unscheinbare Blüte mit kaum wahrnehmbarem Duft entsteht an jeder Beere. Diese sind selbst befruchtend. Wie die Blüte verläuft, ist bereits ein wichtiger Parameter für den Ertrag.

Eine weitere Besonderheit ist, dass die Weinrebe die Anzahl der „Gescheine“ und die Anzahl der Beeren pro Geschein bereits im Vorjahr festlegt. Somit ist nicht nur die Blüte entscheidend, sondern auch die Witterung im Vorjahr.

Während ein Apfelbaum ca. 3 Wochen blüht, kann die Rebblüte bei besten Bedingungen (warm und trocken) bereits nach einigen Stunden beendet sein. Je mehr Wetterschwankungen in dieser Zeit auftreten z.B. Kälteeinbruch oder vermehrt Regen, kann sich die Blüte aber auch mehrere Tage oder auch 2-3 Wochen hinziehen.

Wird eine „Scheinbeere“ im Geschein befruchtet, so entsteht eine Beere. Werden alle Blütenwegen optimalen Bedingungen zu Beeren, dann gibt es sehr dichte Trauben. Dies bringt zwar einen hohen Ertrag, aber aufgrund der dicht sitzenden Beeren können sich hier Pilzkrankheiten entwickeln.

Somit ist für uns entscheidend, dass die Blüte nicht zu gut, aber auch nicht zu schlecht ausfällt. Denn wir wollen einen lockeren Beerensitz an einer Traube, der Platz zwischen den Beeren lässt damit sich Feuchtigkeit nicht lange hält. Und wir erzielen eine höhere Qualität, da diese mit der Größe der Beeren und der Menge an Trauben/Rebstock abnimmt.

Der Steyerberg ist ein natürlicher Lebensraum für den Wein. Der karge Schieferboden reguliert ebenfalls die Erträge. Hier können weniger Rebstöcke/m² versorgt werden. Die Trauben sind 30% leichter als auf Löß-/Lehmböden und es bilden sich nur zwei Gescheine und damit Trauben/Weintrieb. Und wir versuchen den Blattschnitt so lange wie möglich hinauszuzögern. All das bringt zwar weniger Ertrag aber mehr Fülle und Aromen.

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